ARD-Reformen dürfen nicht auf Kosten der Freien gehen!


Anlässlich des erneuten Standort-Wechsels des ARD-Mittagsmagazins und des anhaltenden Spardrucks fordert der ARD-ZDF-Freienrat einen nachhaltigen Umgang mit den besonders betroffenen freien Mitarbeitenden.
 
Mehr Wirtschaftlichkeit in der Verwaltung, effizientere Zusammenarbeit, Priorität für gutes Programm – als Vertretung für die rund 18.000 freien Mitarbeitenden in den öffentlich-rechtlichen Sendern unterstützt der Freienrat ausdrücklich die aktuelle Reformdebatte. Angesichts des irrationalen und unwirtschaftlichen erneuten Standortwechsels des ARD-Mittagsmagazins von Leipzig nach Hamburg weisen wir aber unmissverständlich darauf hin, dass kurzfristige Etatkürzungen keine nachhaltigen Reformen ersetzen können.
 
Nicht einmal drei Jahre nach der Übernahme des „Mima“ vom Rundfunk Berlin Brandenburg (RBB) mag dem angeschlagene Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) die Einstellung zwar finanzielle Entlastung bringen. Aber weder können Etatkürzungen echte Reformen ersetzen, noch sorgen solche „Einsparungen“ in einem Sender für mehr Wirtschaftlichkeit in der Senderfamilie oder wären im Interesse der Beitragszahlenden – im Gegenteil!
 
So ist der dritte Standortwechsel des Mittagsmagazins gerade keine Reform, sondern vielmehr Ausdruck der Reformbedürftigkeit der ARD-Strukturen. Er verursacht erneut sinnlosen Aufwand beim Ab- und Wiederaufbau der komplexen Redaktionsstruktur, der kostspieligen Studio-Technik und verunsichert ohne Not die vielen Mitarbeitenden, vor allem die besonders vulnerable Gruppe der Freien.

Es ist nicht nachvollziehbar, dass die ARD für eine Gemeinschaftsaufgabe wie das Mittagsmagazin auch zuletzt keine gemeinschaftliche Finanzierung vereinbaren wollte und den unterfinanzierten MDR letztlich auf den Kosten der ARD-Sendung sitzen ließ. Die Entwicklung hochwertiger Programme ist langwierig und bedarf engagierter Mitarbeitender ebenso wie einer nachhaltigen Grundlage. Gefordert sind nicht nur die Entscheider in den ARD-Gremien, sondern auch die Verantwortungsträger in der Medienpolitik der Landesregierungen und den Parlamenten.
 
Der Freienrat mahnt: Wertvolle Programminhalte wie das Mittagsmagazin dürfen kein Spielball in politischen Spardebatten sein oder auf ihr Einsparpotenzial reduziert werden, mit dem ein klammer Sender kurzfristig seine Liquiditätsprobleme lösen kann. Besonders betroffen von solchen durchsichtigen Manövern sind die freien Programmmitarbeitenden, deren fehlender gesetzlicher Kündigungsschutz das Einsparpotenzial erst verlockend macht. Verlierer sind aber alle, die auf gut recherchierte und sorgfältig produzierte Informationen angewiesen sind – denn der sinnlose dritte Umzug innerhalb weniger Jahre verbrennt Beitragsmittel, die besser in fairen Arbeitsbedingungen und eine nachhaltige Programmentwicklung investiert wären.

Der Freienrat verwahrt sich auch gegen irreführende und populistische Behauptungen, etwa von Helmut Hartung in der FAZ vom 16.06., der MDR bezahle „freie Mitarbeiter fürs Nichtstun.“ Richtig ist: Die Tarifparteien haben für die von der Einstellung des Mittagsmagazins und weiteren Programminhalten unmittelbar betroffenen Mitarbeitenden sogenannte „Ausgleichssonderzahlungen“ für einen überschaubaren Zeitraum bis März 2027 ausgehandelt. Der Freienrat sieht dies als notwendigen Minimal-Konsens für Kolleginnen und Kollegen, die ansonsten unverschuldet um ihre wirtschaftliche Existenz fürchten müssten. Diese Lösung ist vergleichbar mit einem Sozialplan, wie er bei Umstrukturierungen oder Abwicklungen in deutschen Unternehmen gang und gäbe ist. Im Gegenzug haben die Gewerkschaften für 2026 auf jegliche Gehalts- und Honorarerhöhungen verzichtet.

Das war der Freienkongress 2026 in Bonn

Von Stephan Hackenbroch (WDR)

Bei der Deutschen Welle in Bonn haben am vergangenen Wochenende die Freienvertreter der öffentlich-rechtlichen Sender mit rund 180 Gästen aus Medien, Politik und Gewerkschaften über aktuelle und künftige Herausforderungen debattiert. In Workshops und Panels ging es unter anderem um die Auswirkungen des Reformstaatsvertrags oder um die Abhängigkeit der öffentlich-rechtlichen Sender von Technologiekonzernen.

Danica Bensmail (dju in verdi), Nathanael Liminski (NRW-Medienminister, CDU), Barbara Massing, (Intendantin der Deutschen Welle), Mika Beuster (DJV) und Andreas Lamm (European Center for Press and Media Freedom) im Gespräch mit Moderatorin Stephanie Funk-Hajdamowicz (Vorstand Freienrat, WDR) Foto: Jan-Markus Holz

Freie und Pressefreiheit weltweit unter Druck.

Zu Beginn des zweitägigen Kongresses ging es um die zunehmende Gewalt gegen Journalisten. Reporterinnen und Reporter sind immer häufiger Angriffen ausgesetzt. Weltweit sinkt die Sicherheit für Medienschaffende. Laut Reporter ohne Grenzen belegte Deutschland im Jahr 2025 nur noch Platz 11 in der Rangliste der Pressefreiheit und ist damit erstmals aus den Top 10 heraus gerutscht.

Andreas Lamm vom European Center for Press and Media Freedom (ECPMF) beobachtet seit rund zehn Jahren die Gewalt gegen Journalisten in Deutschland. Über 500 Fälle, in denen sich Medienschaffende Gewalt ausgesetzt sahen, habe er seitdem dokumentiert. Vor allem Demonstrationen blieben dabei besonders gefährlich.

Der Schutz durch die Polizei funktioniert nicht mehr selbstverständlich. NRW-Medienminister Nathanael Liminski (CDU) räumt ein, dass der polizeiliche Umgang mit Journalisten auf Demos problematisch sein könne, müssten sich Polizisten doch, gerade wenn es hitzig werde, zunächst einmal darum kümmern, dass Situationen nicht eskalieren. Hinzu komme eine steigende Kreativität all jener, die Presseausweise fälschen und sich als Journalisten ausgeben. Darum habe das Land bei der polizeilichen Aus- und Weiterbildung nachgeschärft, sei damit aber auch noch nicht fertig.  Vor allem in der lokalen Berichterstattung seien Journalisten Gewalt und Bedrohungen ausgesetzt, sagt Andreas Lamm. Denn dort begegnen sich Politiker und Journalisten meist auch im privaten Umfeld.

Heiko Hilker
Heiko Hilker (Dresdner Institut für Medien, Bildung und Beratung) fordert mehr regionale Berichterstattung in den öffentlich-rechtlichen Sendern.  Foto: Jan-Markus Holz

Mehr Regionalität gefordert

Dabei sind Geschichten im Regionalen doch genau die Themen, die öffentlich-rechtliche Sender künftig noch intensiver abbilden wollen und, glaubt man den Teilnehmern eines weiteren Podiums beim Freienkongress, auch müssen. Heiko Hilker vom Dresdner Institut für Medien, Bildung und Beratung (DIMBB) kritisiert, dass vor allem der MDR und der RBB im Vergleich zu den 1990er Jahren die regionale Berichterstattung deutlich reduziert haben. Da der öffentlich-rechtliche Rundfunk aber auch in der Region zur Meinungs- und Willensbildung beizutragen habe, dürfe die regionale Berichterstattung nicht reduziert, sondern müsse ausgebaut werden, so Hilker. Eigentlich müsste jede Ratssitzung mit öffentlich-rechtlichen Journalisten besetzt, und jedes wichtige lokale Thema von zwei Seiten kommentiert werden.

Ein Ruf, der im WDR längst angekommen ist. Elmar Pott, WDR-Programmbereichsleiter Wirtschaft, Wissenschaft und Verbraucher, berichtete dazu von der Infostrategie, der Stärkung des Regionalen und dem neuen Reporternetz.

KI – Jobkiller oder Powertool für Freie?

Deutlich kontroverser wurde das Thema „Künstliche Intelligenz“ diskutiert. „Entweder sitzt du am Tisch, oder du stehst auf der Speisekarte“, dieses alte Sprichwort gilt auch im Zusammenhang mit der Künstlichen Intelligenz. Wie kann KI unterstützen, bessere journalistische Inhalte zu produzieren? Aber auch: Steht am Ende weniger Arbeit für Freie, weil Redaktionen glauben, Jobs ganz oder teilweise von KI-Klonen erledigen lassen zu können? Bei diesen Fragen lagen die Meinungen der Teilnehmenden teils weit auseinander. Einige Diskussionsteilnehmer forderten einen konsequenten Verzicht auf direkte Produkte Künstlicher Intelligenz im öffentlich-rechtlichen Rundfunk, um damit eine Art weiteres „Qualitätssiegel“ zu schaffen. Andere sahen vor allem die Vorteile der unterschiedlichsten KI-Anwendungen. Diese lägen vor allem in der Recherche und der Arbeitserleichterung.     

Der Freienkongress wird jährlich vom Freienrat organisiert. Dieser bündelt die Interessenvertretungen für Freie der öffentlich-rechtlichen Sender.

Die Stimme der Demokratie gegen mächtige Plattformen in Deutschland und der Welt stärken

Parteiübergreifender Aufruf auf dem Freienkongress 2026 bei der Deutschen Welle in Bonn

Medienpolitiker von CDU, SPD und Grünen haben auf dem Freienkongress 2026 zur Stärkung des unabhängigen Rundfunks gegen den zunehmenden Einfluss von Big-Tech-Konzernen aus den USA und China aufgerufen. Der nordrhein-westfälische Medienminister Nathanael Liminski (CDU) forderte auf dem Kongress der freien Mitarbeitenden im Rundfunk am 24. und 25. April 2026 bei der Deutschen Welle in Bonn eine faire Regulierung der Big-Tech-Plattformen. Die Sprecherin für Digitalisierung der Grünen im Düsseldorfer Landtag Julia Eisentraut rief zudem die Sender dazu auf, mit ihren Angeboten stärker auf unabhängige Plattformen zu setzen, um die Vielfalt und die Einhaltung demokratischer Spielregeln zu gewährleisten. Rodion Bakum, medienpolitische Sprecher der SPD-Fraktion im Landtag NRW, unterstrich die Bedeutung des Rundfunks für eine demokratische Gesellschaft und forderte von den Sendern Innovationen, bei denen die vielen freien Mitarbeitenden an entscheidender Stelle berücksichtigt werden müssten.

Auf dem Freienkongress 2026 diskutierten rund 180 freie Teilnehmer*innen über die Zukunft des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und seine Bedeutung in Zeiten von Desinformation und Fake News. Wichtiges Thema waren die rapiden Veränderungen der journalistischen Arbeit in den Sendern sowie die Bedeutung einer unabhängigen und hochwertigen Berichterstattung – als Markenzeichen der Demokratie in Deutschland und weltweit.

„Dickes Brett“ für Tarifverhandler

Der Freienrat von ARD, ZDF, Deutscher Welle und Deutschlandradio hat seine Auszeichnung „Das Dicke Brett“ in diesem Jahr allen engagierten Gewerkschaftsmitgliedern gewidmet, die sich für die Weiterentwicklung der sogenannten „12a-Tarifverträge“ für arbeitnehmerähnliche Freie einsetzen. Stellvertretend für die vielen Aktiven nahmen Manfred Kloiber (Bundesvorsitzender der ver.di-Fachgruppe Medien) und Michael Hirschler (Referent für Freie beim Deutschen Journalistenverband) die Auszeichnung entgegen. Anlass war der Freienkongress 2026 in Bonn.

Die Verleihung des Dicken Bretts 2026 auf dem ARD-Freienkongress in Bonn
Manfred Kloiber (Bundesvorsitzender ver.di-Fachgruppe Medien), Christoph Reinhardt (Vorstand Freienrat, RBB), Stephanie Funk-Hajdamowicz (Vorstand Freienrat, WDR) und Michael Hirschler (Referent für Freie beim Deutschen Journalistenverband) Foto: Jan-Markus Holz

Eine Fachveranstaltung des Freienkongresses hatte sich mit einer kritischen Zwischenbilanz der sogenannten 12a-Tarifverträge befasst und weitere Verbesserungen für Freie gefordert.

50 Jahre Tarifverträge für Freie

Der erste Tarifvertrag für arbeitnehmerähnliche freie Mitarbeitende war vor 50 Jahren im Februar 1976 geschlossen worden, kurz nachdem der Gesetzgeber diese Möglichkeit im Tarifvertragsgesetz durch die Einfügung des § 12a ermöglicht hatte. Bis heute bilden diese Tarifverträge die wichtigste soziale Grundlage für die rund 18.000 „festen Freien“ in den öffentlich-rechtlichen Sendern, indem sie gesetzliche Schutzrechte für Arbeitnehmer nachbilden – unter anderem die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, besonderer Schutz bei Schwangerschaft oder in Erziehungszeiten oder Anspruch auf Erholungsurlaub.

Mit dem „Dicken Brett“ zeichnen die Interessenvertretungen der Freien in ARD, ZDF, Deutscher Welle und Deutschlandradio seit 2018 regelmäßig herausgehobene Projekte aus, die die Lage von freien Mitarbeiter:innen im öffentlich-rechtlichen Rundfunk verbessern.

Das war der Freienkongress 2026 – die Veranstaltungen

Freitag, 24. April

PODIUM 1:
Freie und Pressefreiheit weltweit unter Druck


Moderation: Stephanie Hajdamowicz

  • Danica Bensmail, dju in ver.di, Bundesgeschäftsführerin
  • Nathanael Liminski (CDU), Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten, Internationales sowie Medien des Landes Nordrhein-Westfalen
  • Barbara Massing, DW, Intendantin
  • Mika Beuster, DJV, Bundesvorsitzender
  • Andreas Lamm, European Centre for Press and Media Freedom (ECPMF)

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PODIUM 2
Alles Eins – Bleiben Regionalität, Vielfalt und freie Beschäftigung auf der Strecke?

Moderation: Stefan Tiyavorabun

  • Heiko Hilker, Dresdner Institut für Medien, Bildung und Beratung (DIMBB)
  • Rodion Bakum (SPD), Medienpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion im Landtag NRW
  • Elmar Pott, WDR, Programmbereichsleiter Wirtschaft, Wissenschaft und Verbraucher

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PANEL 1
Gesucht: Sicherheitsnetz für freie Krisenreporter*innen

Moderation: Stephanie Hajdamowicz, Gast: Arndt Ginzel, Krisenreporter

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Samstag, 25. April

PODIUM 3
Auf immer abhängig? Wie kommen wir raus aus der Big-Tech-Falle?

Moderation: Jan Markus Holz

  • Ulrich Kelber, ehemaliger Bundesbeauftragter für den Datenschutz und die Informationsfreiheit
  • Björn Staschen, Save Social, Geschäftsführer
  • Erika Marzano, DW, Program Management
  • Julia Eisentraut (Grüne), Stv. Vorsitzende und Sprecherin für Digitalisierung NRW

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PANEL 5
KI – Jobkiller oder Powertool für Freie?


Moderation: Stefan Tiyavorabun

  • Professor Michael Schwertel, Cologne Business School
  • Jan Eggers, Digitaljournalist (WDR/hr)

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Vernetzt – gewinnt.

Freienkongress bei der Deutschen Welle im April 2026

Drei Podien, zehn Panels. Der Freienrat ist mitten in der Planung für den nächsten Freienkongress bei der DW am 24. und 25. April in Bonn. Mit Politikprominenz, Expert:innen, Gewerkschaften, Medienvertreter:innen und Personalräten.

Die Zentrale der Deutschen Welle im Schürmann-Bau, einst als Abgeordnetenbürohaus geplant, passt durch den transparenten Bau ideal zum Kongress und zum Vernetzen. Die Kongressplanung ist im vollen Gange. Eine Delegation des Freienrats traf sich am 16. Oktober in Bonn, um die Eckpunkte des zweitägigen Kongresses festzuzurren. Die Intendantin der Deutschen Welle, Barbara Massing, hat ihr Kommen zugesagt, der Gesamtpersonalrat der DW unterstützt den Kongress. Weitere Anfragen an Talkgäste und Expert:innen sind raus.

Geplant sind an den beiden Kongresstagen unter anderem Podien über Auswirkungen des Reformstaatsvertrags auf uns Freie, die Rolle der Regionalität und der Vielfalt. Themen wie die „Big-Tech-Falle“ bzw. die Abhängigkeit der Sender von multinationalen Technologiekonzernen sollen diskutiert werden. Genauso der zunehmende Druck auf Freie und die Pressefreiheit weltweit.

Als Themen vorgesehen für die zehn Panels und Workshops sind unter anderem: Bessere Honorare in der ARD, Jobkiller KI?, Erfolgsrezept Podcast, Schutz vor Angriffen und Anfeindungen, Rente für Freie, Home Office bei Freien, Neue Schwierigkeiten beim Themenverkauf, Einkommenssicherung für Freie u.a.

Natürlich steht die Vernetzung und der Austausch unter uns Freien quer durch ARD, ZDF, DLR und DW im Mittelpunkt eines jeden Kongresses, für viele in den vergangenen Kongressen mit das Wichtigste.

Die großen Podien werden live gestreamt und Gäste aus allen Sendeanstalten sowie Medienvertreter:innen und Interessierte sind herzlich willkommen.

Merkt Euch schon mal das Datum:

24./25. April 2025 bei der DW in Bonn.

Zukunft für Freie im öffentlich-rechtlichen Rundfunk sichern

Der Freienrat fordert eine verlässliche und fair honorierte Beschäftigung für Freie im öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Dazu haben die Vertreter:innen der Freien von ARD, ZDF, DLR und DW auf ihrem Jahrestreffen in Erfurt neue Initiativen in den Sendern und mit verantwortlichen Medienpolitikern geplant.

Wie wirkt sich die Rundfunk-Reform auf die Freien aus?

Die Reform soll den öffentlich-rechtlichen Rundfunk moderner, schlanker und digitaler machen. Dazu tragen Freie, die überwiegend Programm erstellen, in besonderem Maße bei. Dennoch kommt freie Beschäftigung durch den Reformprozess unter Druck, da die besonderen Bedingungen freier Beschäftigung dies vielfach leichter macht. So gibt es durch die Einführung der Kompetenzcenter in der ARD bereits erste Meldungen von Beschäftigungseinbußen. Zudem kommt es in einzelnen Sendern zu gezielt auslaufenden Befristungen, Einschränkungen oder gar umfangreichen Streichungsplänen wie beim rbb. Hier arbeiten die Vertreter:innen der Freien aus den Personalräten und Freienräten gemeinsam an Strategien zum Schutz freier Beschäftigung in den Sendern. Zugleich plant der Freienrat weitere Gespräche mit verantwortlichen Medienpolitiker:innen, um bessere Bedingungen für feste Freie und den Rundfunk insgesamt zu erreichen. Dazu gehört nach Auffassung des Freienrates auch die stärkere Regulierung von KI gestützten Big-Tech-Plattformen, die zunehmend in die Medienbranche drängen.

Nächster Kongress mit den wichtigen Freienthemen für Ende April 2026 in Bonn geplant

Die Existenz- und Beschäftigungssicherung für Freie wird wieder eines der zentralen Themen des Freienkongresses 2026, der für Ende April bei der Deutschen Welle in Bonn geplant ist. Dazu organisiert der Freienrat den Dialog der Freien mit den Intendant:innen und den verantwortlichen Minister:innen. Zugleich soll es in der Diskussion, in Expertenforen und im gegenseitigen Austausch um aktuelle Freien-Themen wie die Aushöhlung des Urheberrechts durch KI, Pauschal- und Übernahmehonorare, soziale Absicherung und die Nutzung von Social-Media-Plattformen gehen. Nach den Sommerferien wird es dazu ein “Save the date” geben.